Coliving – 2 Familien leben und arbeiten unter einem Dach

Coliving

In unserer kleinen „Out-of-the-Box-Bubble“ hört man immer mehr etwas über Coliving. Da wir eigentlich zu den eher ruhigeren Kandidaten gehören und uns gern in unsere kleine Welt vertiefen, war das Konzept des Colivings nicht auf unserer Agenda. Wir haben dieses Thema auch nicht bewusst geplant, sondern eher zufällig ausprobiert.

Wenn wir Kontakt zu anderen haben möchten, tun wir dies bewusst und nur dann, wenn wir dafür Energie haben. Du wirst uns selten an einem großen Tisch sitzen sehen und bis in die Nacht quatschen, wenn nicht die „richtigen“ Themen besprochen werden.

Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass wir ungern mit Menschen sprechen. Wir müssen nur unsere Zeit klug einteilen und brauchen oft mehr Energie zum Arbeiten. Vor allem Lars sitzt sehr lange am Tag an seinem Laptop. Er priorisiert seine Zeit aufgrund seiner verschiedenen Online-Business ziemlich rigoros.

Deshalb kam Coliving zuerst nicht in Frage. Wir hatten Bedenken, dass wir genug Zeit für uns haben und unserer Arbeit nachkommen können. Dennoch haben wir es mit einer wundervollen Familie ausprobiert und können es empfehlen.

Coliving Definition

Was ist Coliving? In einem Haus mit mehreren Betten/Zimmern wohnen Menschen, die sich für einen Zeitraum gegenseitig unterstützen. Die Konzepte können ganz unterschiedlich sein. Manche Co-Living Spaces bieten schon vorher ein Programm an oder organisieren bei Ankunft ein angepasstes Programm für alle Teilnehmer.

Die Lebensstile und Personen können dabei sehr unterschiedlich sein. Du mietest also ein Zimmer oder ein Bett in diesem Haus für einen bestimmten Zeitraum. Deinen Tag kannst du strukturieren wie du möchtest. Deine Struktur kann von den anderen Bewohnern abweichen. Es kann sein, dass du beim Frühstück spannenden Menschen begegnest oder ganz in Ruhe die Stille geniest, während alle anderen noch schlafen.

Organisation

In manchen Co-Living Spaces werden ab einer bestimmten Uhrzeit Masterminds, Talks oder Workshops geplant an denen du teilnehmen kannst. Wenn du eine Expertise in einem Bereich hast, die andere interessieren, kannst auch du den Workshop leiten. So unterstützt man sich gegenseitig und kann seine Projekte schneller voranbringen.

Wenn du möchtest, kannst du aber auch in einem Raum arbeiten, der das kommunizieren untersagt. Es gibt eben Aufgaben, die müssen in einem ruhigen und konzentrierten Umfeld erledigt werden. Rückzug ist hierbei sehr hilfreich. Damit du die Bewohner des Hauses nicht störst kannst du auch in einem Aufnahmeraum oder Konferenzraum deine Gespräche abhalten. Hier darf dann gesprochen werden.

Dieses Coworking verbunden mit Wohnen und Leben, ist aktuell und punktuell sehr inspirierend. Sicherlich ist deine Erfahrung an solch einem Ort sehr abhängig von den Personen die dort leben. Da ein Geben und Nehmen herrscht und vieles schon vorher deutlich kommuniziert wird, kannst du es gut abschätzen, ob du das Arbeiten und Leben in der Gemeinschaft einmal ausprobieren möchtest.

Personen

Da Coliving immer bekannter wird, können wir nur zu diesem Zeitpunkt erahnen welche Art von Bewohner dort ihr Unwesen treiben ;). Oft sind dort Freiberufler und „digitale Nomaden“ unterwegs, die gern im Austausch sind, um sich in einem Bereich rasch verbessern zu können. Wir kennen es alle: Manchmal hilft es einem über seine Herausforderung zu sprechen und durch Feedback schneller eine Lösung zu finden.

Dafür sind Masterminds super geeignet. Auch hier gibt es unterschiedliche Konzepte. Eines möchten wir hier aber erwähnen. Bei dem „Hot-Seat“ erzählst du anderen von deiner Herausforderung und bekommst von all den Mitgliedern deiner Mastermind Input. Sie stellen dir Fragen über die du eine andere Perspektive einnehmen kannst. Oder sie haben konkrete Möglichkeiten/Ideen, die du übernehmen kannst.

Wir nehmen beide an einer regelmäßig stattfindenden Mastermind teil und sind sehr davon überzeugt.

Coliving
Leni und Lenni haben viele Stunden miteinander verbracht. Oft durften wir aber dabei nicht stören – Erwachsene verboten 😉

Coliving mit der ReiseFamily

Wir wissen, dass wir sehr gern Ruhe haben und nicht zu der Sorte „bis in die Nacht Party machen“ gehören. Deshalb brauchten wir Lebens- und Arbeitspartner, die unserem Lebensstil ähneln. Alle sind eben unter einem Dach und man teilt sich den gleichen Wohnraum. Es ist uns wichtig, dass Absprachen stattfinden und eingehalten werden. Die ReiseFamily hat dahingehend die gleichen Werte. Ein Versuch war es wert!

Warum ist die ReiseFamily für uns eine gute Wahl?

Unser Co-Living Space war auf Bali in einem Haus mit 3 Schlafzimmern und 6 Betten. 2 Familien mit jeweils einem Kind im gleichen Alter. Die ReiseFamiliy stellt sich in unserem Podcast vor und hat auch einen Blog. Alex Fischer arbeitet an seinem Projekt Dividenden Alarm. Lars hat ihn dazu auch schonmal auf seinem Blog interviewed, falls es dich interessiert. Boboli Fischer pflegt ihren gemeinsamen Blog und Instagram Kanal. Leni Fischer lern frei und entdeckt die Welt mit Begeisterung.

Wir passten also perfekt zu ihnen und wussten schon im Voraus, dass wir im ehrlichen Austausch eine schöne gemeinsame Zeit im Coliving haben werden. Alex Fischer und Lars haben schon vorher im Coworking gearbeitet und wussten, dass sie miteinander harmonieren.

Boboli war für mich (Alex) ein Vorbild, weil sie durch sehr viel Erfahrung in Konzernen und Mitarbeiterführung sehr große Erfolge verzeichnen konnte und nun einen Schlussstrich gezogen hat, um ganz für sich und ihre Familie da sein zu können. Hello, Herzensprojekt!

Leni war die perfekte Spielpartnerin für Lenni, denn sie war schon 1 Jahr auf Reisen und hat auch schon vor ihrem Abenteuer eine enorme Entwicklung gemacht. Sie war schon immer ein Kind, dass sehr gut wusste was sie interessiert und was nicht. Sie kann selbstbestimmt lernen und sich entwickeln. Dabei ist sie extrem mutig und geht offen auf alles Neue zu. Somit war sie ein sehr gutes Vorbild für Lenni.

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Wie sah unser Alltag im Coliving aus?

Tagesstruktur und Absprachen: Die Wrobbels sind früh wach! Lenni und Lars haben einfach immer Hummeln im Hintern und sind zwischen 6 und 8 Uhr wach. Die ReiseFamily schläft gern etwas länger! Deshalb war unsere Absprache bis 8 Uhr leise zu sein. Da wir in einem hellhörigen Haus mit vielen knarzenden Türen waren, nutzten wir die Zeit bis 8 Uhr zum arbeiten, für den Sport, das Lesen und Hörbuchhören.

Die ReiseFamily war ab 8 Uhr wach und frühstückte ab 9 Uhr. Wir frühstückten davor, weil die Küche es einfach nicht ermöglichte gleichzeitig zu frühstücken. Ab 10 Uhr haben wir dann entweder gemeinsam oder getrennt den Tag begonnen. Dabei ist es wichtig, dass wir Entscheidungen respektieren und auch mal getrennt den Tag verbringen können. Meistens haben wir für die Kinder etwas unternommen.

Abends haben wir zusammen gegessen. Entweder selbst gekocht oder ein Restaurant besucht. Wir können aber mit Begeisterung sagen, dass Alex Fischer sehr gut kochen kann und Boboli und Leni Gemüse- und Obst Fans sind. So gab es immer gesunde Ideen und Inspirationen. Auch unser Gemüsemuffel Lenni profitierte sehr davon.

Arbeiten im Coliving

Alex und Lars haben ab ca. 20 Uhr ihren Laptop geöffnet. Bis 23 oder 2 Uhr wurden die wichtigsten Aufgaben des Tages erledigt. Sie arbeiten produktiv miteinander aber auch individuell an ihren Projekten. Vorteil war, dass sie sich über einen kurzen und direkten Weg zu ihrem gemeinsamen Projekt der eBock-Woche absprechen konnten. Hier wird der Vorteil bei diesem Lebenskonzept deutlich.

Vorher arbeiteten sie online im Austausch. Durch die Zeitverschiebungen dauerten diese Absprachen deutlich länger. Ich profitierte von ihrer Motivation und Erfahrung im Onlinebusiness und konnte viele Fragen stellen. Der Schlaf kam dennoch nicht zu kurz in ihren Augen. Beide haben immer 6 bis 7 Stunden geschlafen.

Boboli und ich arbeiteten abends von ca. 20 bis 22 Uhr, je nachdem wie die Kinder in den Schlaf gefunden haben. Wenn ich einen Gesprächstermin hatte, hat Lars die „Zu-Bett-Geh-Zeit“ übernommen und Lenni in den Schlaf getippt. Lenni mag es sehr, wenn sein Papa neben ihm auf dem Laptop herumtippt. Dadurch schläft er sehr schnell ein.

Leni hatte zusätzlich zu Aktivitäten außerhalb des Hauses Lernzeiten in denen sie Rechnen, Schreiben und Lesen lernte. Ob alleine, mit einem Programm am Computer, mit einem Lernpartner oder interaktivem Lernmaterial lernte sie selbstbestimmt für ca. 2 h. In regelmäßigen Abständen spricht sie online mit ihrer persönlichen Schulnanny. In dieser Zeit lernte Lenni Englisch mit Duolingo oder las in seinem Buch.

Wenn Leni nicht lernte, lernten die beiden gemeinsam im Spiel voneinander. In der Zeit waren sie oft Stunden nicht zu sehen. Diese Zeit war für uns alle sehr produktiv, denn die Erwachsenen konnten ihren Aktivitäten nachgehen und die Kinder durften OHNE Erwachsene in ihre Welt tauchen.

Coliving
In unserem Lieblingsrestaurant gab es so vieles zu entdecken. Mit Lego konnten sie wieder kreativ sein. Wir haben bei einem Kaffee gearbeitet.

Abendroutine für die Kids

Die Kids hatten natürlich auch ihre Gewohnheiten, um besser schlafen zu können. Lenni hat sich nach dem Abendessen fürs Bett fertig gemacht und dann im Bett mit einer Geschichte müde gelesen. Er liebt die Bücher von „Das magische Baumhaus„. Und ein Kindle hat seine Leselust nochmal gesteigert. Auch wir haben viel gelesen vor dem Schlafengehen. So hatte er Vorbilder und ebenfalls die Motivation zum Lesen. Vor 21 Uhr sollte er das Kindle weglegen und in den Schlaf finden.

Die Zeit bis dahin wurde mit Quasseln, Gecko beobachten und Fragen stellen gefüllt. Er hat sich das von Leni abgeschaut. Einer der wundervollen Vorteile im Coliving ist, dass positive Eigenschaften, Routine und Gewohnheiten übernommen werden können. Gerade Kinder sind hier sehr beeinflussbar. Leni stellt immens viele Fragen, bis sie ein Thema WIRKLICH verstanden hat. Lenni hat sich dieses Verhalten abgeschaut! Wundervoll.

Deshalb hatte ich super spannende Gespräche vor 21 Uhr mit dem neugierigen Lenni. Aber danach war Stille wichtig, um leicht in den Schlaf zu finden. Manchmal über Tippen und manchmal über das Beobachten von Geckos.

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Gesprächspartner im Coliving

Miteinander über alles sprechen zu können ist sehr wertvoll. Wir harmonieren in dieser Hinsicht sehr miteinander. Wir sprechen offen über Lebensstile, Geld, Persönlichkeitsentwicklung und vieles mehr. Geldanlagen trafen bei den Herren auf großes Interesse, weil beide auch ihre Projekte hier verwirklichen. Reiseerlebnisse konnten wir alle miteinander teilen. Auch die Kids konnten ihre Erfahrungen dazu äußern. Auch beim Thema Erziehung durften wir uns austauschen. Es ist wichtig auch hier mal die Perspektive zu wechseln und zu erleben, wie andere miteinander umgehen.

Lebenskonzepte – die ReiseFamily lebt von ihren Investments und Businesseinnahmen. Sie haben ihre Anstellung aufgeben, um ihrer Tochter ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. NATÜRLICH interessiert uns auch dieser Bereich. Finanzielle Freiheit (und hierbei meinen wir nicht das Modewort, sondern die ECHTE finanzielle Freiheit), Freilernen, Reisen und Persönlichkeitsentwicklung!

Fazit unserer Coliving Erfahrung

Einen Coliving Space kann man frei wählen und organisieren. Wir haben es selbst geplant und mit den passenden Mitbewohnern gefüllt, um auch einen Erfolg verbuchen zu können. Gerade auch wegen Lenni war diese Variante deutlich besser, als ein klassischer Coliving Space. Dort ziehen meistens keine Familien ein. Kinder brauchen eben eine andere Tagestruktur als Paare oder einzelne Personen.

Wenn du daran interessiert bist auch in einem Coliving-Umfeld zu leben, gibt es hier einen sehr interessanten Artikel und Beitrag von Anja und Daniel (gehmalreisen). Sie waren als Paar in Barcelona für 1 Woche. Wir wählen dagegen immer die selbstorganisierte Variante, da wir durch die Community im Citizen Circle sehr gute Kontakte haben.

Mit der ReiseFamily würden wir jederzeit wieder zusammen leben und arbeiten. Gerade auch dann, wenn Lenni mit uns unterwegs ist. Kinder beeinflussen sich gegenseitig immer noch am besten. Da können wir noch so oft sagen, dass es wichtig ist Englisch zu lernen. Wenn ein anderes Kind Englisch lernt, lernt das andere einfach mit.

Nach unserer Abreise zog die ReiseFamily nach einer kurzen Coliving-Pause wieder in ein großes Haus mit einer anderen Familie. Diese Familie, Timo, Emilia und Salima sind unter „Reisemituns“ zu finden und drehen zurzeit einen Film über Sri Lanka. Vielleicht schaffen wir es diese Familie auch in ein Interview zu verwickeln.

Wir suchen unsere Unterkünfte übrigens über Airbnb und Booking.com. Die Länge der Reise und die Struktur des Hauses entscheidet über die Wahl des Anbieters. Brauchen wir eine Küche und ein Apartment nutzen wir gern Airbnb. Sind wir nur kurz in einer Stadt suchen wir über Booking.com.

Welche Coliving Erfahrungen hast du gemacht? Wir würden uns über andere Perspektiven sehr freuen. Schreib es jetzt in die Kommentare!

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