Burnout Prophylaxe – Wie ein Sabbatjahr helfen kann

Burnout

Burnout Prophylaxe – Wie ein Sabbatjahr helfen kann. Burnout ist ein beängstigendes Wort, dass sich keiner traut laut auszusprechen oder anzuerkennen. Es gilt als Schwäche und wird gern nicht wahrgenommen. Doch wenn du dir die Symptome durchliest, wirst auch du als „gesunder“ Mensch das ein oder andere Mal nicken. Das Wort „gesund“ ist in Anführungsstrichen, weil Personen dazu neigen diesen Begriff nicht ernst zu nehmen. Wir aber schon!

Die Betroffenen kämpfen um Anerkennung und wissen keinen Ausweg. Sie brauchen professionelle Hilfe, die wir dir hier in Form einiger Worte nicht geben können. Wir können dir nur den Mut geben sich damit zu beschäftigen, anzunehmen und dadurch einen Heilungsprozess anzubahnen. Eine Psychotherapie können wir nicht leisten. Solltest du also ernsthafte Unterstützung wünschen, bist du bei einem Arzt gut aufgehoben.

Trotz aller Warnungen und „Hol-dir-Hilfe-Worte“ können wir dir Mut zusprechen. Die Burnout Prophylaxe kann dabei helfen, dass es erst gar nicht so weit kommt.

Zu den Ursachen von Burnout gehört unverarbeiteter und negativer Stress. Stress, den wir nicht wahrnehmen wollen und über mehrere Monate zulassen. Im folgenden wollen wir dir aber gute Anregungen geben. Wir wünschen dir alles Gute!

Burnout Ursachen

Die ersten Anzeichen eines Burnout sind oft unauffällig. Wir bemerken nicht, dass wir zielstrebig in einen Zustand übergehen, der schon an einen Burnout grenzt. Im nächsten Punkt wirst du dir die Symptome durchlesen und oft feststellen, dass du diese Gefühle sehr gut kennst. Doch trotzdem würdest du dich nicht zu den Betroffenen zählen.

Wir sind der Meinung, dass es Phasen im Arbeitsleben gibt, die das Burnout-Syndrom verstärken. Wir kennen alle diese Momente, in denen die Arbeit uns über den Kopf wächst. Sehr viele Erledigungen müssen in kürzester Zeit fertiggestellt werden. Der Druck kann enorm sein.

Deshalb möchten wir dir keine Angst machen, sondern dich dafür sensibilisieren und deine Augen öffnen. Erst der dauerhafte und negative Stress kann dazu führen, dass du unter Burnout leidest. Alles andere ist ein „normaler“ Zustand, solange du einen gesunden Ausgleich pflegst.

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Was ist eigentlich Stress?

Stress, der durch Herausforderungen vielfältiger Art im Berufsleben oder/und Privatleben verursacht wird, kann sich negativ auf unseren Organismus auswirken. Unser Hormoncocktail kann bei andauerndem Stress, nicht mehr im Gleichgewicht gehalten werden und zu Stressymptomen führen. Dir steht eine Aufgabe bevor, die herausfordernd ist. Deine Ressourcen und Erfahrungen können diese Aufgabe eventuell nicht lösen. Deshalb setzt du dich unter Druck. Stress entsteht.

Unser Körper produziert Cortisol in Stressituationen. Solltest du keinen Ausgleich, keine Erholung und keinen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßigem Sport pflegen, kann dein Körper das Cortisol nicht mehr abbauen.

Die Verbindung von Stress und Depression wird hier ebenfalls genannt. Die Belastung ist spürbar und dein Geist rutscht durch negative Gedanken weiter in den Burnout. Diese Spirale kann sehr weit nach unten gehen und die Erkrankung festigen. Ein Zusammenspiel aus exogenen Faktoren (Arbeit, Umfeld) und persönlichen Dispositionen (Perfektionismus, keine Abgrenzung, Überstunden) sind maßgeblich an dieser Krankheit beteiligt.

Fragen die in deinem Kopf herumschwirren: Wie kann ich das alles bewältigen? Was muss ich als nächstes erledigen? Warum muss ich das alles machen? Ich bin nicht gut genug! Erst wenn ich fertig bin, kann ich endlich entspannen! Ich weiß nicht wo ich anfangen soll! Es hat doch eh alles keinen Sinn!…

Anders sein Burnout

Abgrenzung

Wenn Personen es nicht schaffen, sich von ihrer Arbeit und den Anforderungen der Kollegen oder des Vorgesetzten zu distanzieren, entsteht ein enormer Druck. Überforderung und körperliche Beschwerden treten auf und lassen dem Betroffenen kaum eine Möglichkeit aus dem Tief herauszukommen.

Erfolg und Misserfolg machen dich nicht aus. Realisiere, dass du eine Persönlichkeit bist. Du darfst sein! Und zwar so wie du das möchtest und nicht wie andere das von dir erwarten. Den Erwartungen anderer musst du nicht entsprechen. Oft sind diese Erwartungen unrealistisch und unpassend für deinen Lebensstil.

Burnout Symptome

Die Abwärtsspirale hat zur Folge, dass die Person, die an Burnout leidet, später in die Arbeitsunfähigkeit rutscht. Sie leiden so sehr, dass sie den Ausweg aus ihrer Situation nicht alleine finden können.

Daraus resultiert emotionale Erschöpfung. Betroffene fühlen sich schwach, kraftlos, müde und matt. Fühlen permanent, auch bei ihnen wichtigen Aufgaben oder Tätigkeiten, eine Antriebslosigkeit und sind leicht reizbar. Sie können Situationen nicht mehr richtig einschätzen und fühlen sich oft sehr schnell herabgesetzt oder angegriffen. Schnell geraten sie in die Rechtfertigung und den Verteidigungsmodus.

Die Überforderung entsteht daraus, dass sie trotz viel Leistung, das Gefühl haben nicht genug erreichen zu können. Es stellt sich keine Zufriedenheit ein. Der Erfolg wird entweder nicht wahrgenommen oder nicht erreicht.

Es entsteht eine Diskrepanz zwischen Anforderungen und Leistungen. Sie kommen nicht mehr mit und fühlen sich verloren. Daraus resultiert eine Ineffektivität und Depersonalisierung (Gleichgültigkeit). Sie geben auf.

Die Distanz zu ihren Tätigkeiten wird größer und verursacht eine Gleichgültigkeit gegenüber den Aufgaben. Erschöpfung und Depression sind ernstzunehmende Symptome. Sei offen und lass dir helfen, falls du in dieser Situation bist.

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Was sind die ersten Schritte zur Burnout Prophylaxe, wenn du dich ertappt fühlst?

  1. Nicht verrückt machen! Informiere dich über Bücher und Ärzte. Wir können deine Situation niemals durch unsere Worte erklären oder bewerten. Denn wir sind keine ausgebildeten Therapeuten oder Ärzte. Realisiere die ersten Anzeichen für Burnout und handle.
  2. Eventuell kannst du schon über Entspannungstechniken oder Auszeiten deine Symptome und vor allem die Ursache analysieren und eliminieren.
  3. Tu nicht so, als wäre da nichts! Wenn du spürst, dass du auf dem Weg in einen Burnout bist, tu aktiv etwas dagegen. Wenn du erschöpft bist, gönn dir eine ausreichende Pause. Sei ehrlich zu dir selbst und mach die Pause wirklich so lange, wie du sich brauchst.
  4. Sei weiterhin ehrlich zu dir selbst und forsche nach, weshalb du in diese Situation geraten bist! Denke über dein derzeitiges Lebensmodell nach und lese Bücher. Das Café am Rande der Welt (und dessen Nachfolger) oder The big five for life von John Strelecky sind ein guter Anfang, um selbst seinen Weg zu finden.
  5. Bist du so erschöpft und antriebslos, dass du keine Motivation hast selbst tätig zu sein, verurteile dich nicht. Dieses Gefühl gehört dazu! Vielleicht ist es an der Zeit eine professionelle Burnout Hilfe zu beantragen.
  6. Es mag unangenehm sein, aber auch eine Burnout Behandlung kann helfen. Ja, wir wissen alle, dass es in unserer Gesellschaft noch nicht so anerkannt ist, dass man Hilfe nötig hat. Aber wenn du es nicht alleine schaffst, ist „Hilfe in Anspruch nehmen“, eine gute Wahl!
  7. Beschwerden nicht unterdrücken, sondern annehmen und verarbeiten. Entweder alleine oder mit Hilfe. Eine Therapie kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Sabbatjahr als Burnout Prophylaxe?

Warum haben wir dieses Thema angesprochen? Wir glauben, dass ein Sabbatjahr, egal wie lang es ist, eine Möglichkeit ist dem Burnout entweder vorzubeugen oder ihn nach einer Diagnose zu heilen. Beide Herangehensweisen sind legitim und führen zum Erfolg.

Prävention

Eine regelmäßige Auszeit vom Alltag kann einen Burnout verhindern. Jeder, der darüber nachdenkt, wird uns darin zustimmen. Pausen, und die daraus resultierende Entspannung, kann nur mit Abstand von einem sehr einnehmendem Job erfolgreich sein. Die Pause sollte ernst genommen werden und nicht nur sporadisch auf dem Papier im Büro stehen.

Kontakt zu den Arbeitskollegen und dem Tagesgeschäft sollten unbedingt vermieden werden. Auch wenn der Chef oder andere Personen, vielleicht Kunden, dich versuchen aus dieser Erholung zu ziehen, solltest du an dich denken. Hilfreich kann sein, wenn du die berufliche Emails nicht öffnest oder dein Diensthandy nicht benutzt. Anrufen aus der Firma gehst du aus dem Weg. Fahre eventuell an einen Ort, an dem dich nichts an deine Arbeit erinnert.

Was du während deiner Auszeit machst, ist natürlich dir überlassen. Vielleicht liebst du die Einsamkeit in der Natur oder lange Wanderungen über schöne Wiesen und durch frisch riechende Wälder. Oder du bist ein Abenteurer und brauchst den Nervenkitzel. Dann bietet sich eine Wanderung in den Bergen oder eine Klettertour am Hang an.

Achtung: Ein Urlaub von 1 Woche, bringt kaum einen gesunden Abstand zur Arbeitsstelle. Sind die Beschwerden schon spürbar ist eine längere Auszeit empfehlenswert.

Entspannung

Welche Tätigkeiten, Orte oder Handlungen entspannend auf dich einwirken, wissen wir nicht. Lars und ich mögen aber sehr gern die Stille an besonderen Orten. Die Natur ist hier immer eine Therapie für die Seele. Wenn ich jetzt schon daran denke, rieche und höre ich den Bach durch den Wald fließen. Die Vögel zwitschern und das grüne Gras unter meinen Füßen kitzelt.

Gleichzeitig lieben wir Spannung, die Entspannung ermöglicht. Reisen durch fremde Länder, neue Kulturen beobachten und verstehen oder auch hohe oder sehr tiefe Plätze der Welt erkunden. Weißt du eigentlich wie leise es unter Wasser ist? Keiner redet, alle staunen und wollen keinen Moment verpassen. Taucher wissen, dass im nächsten Moment eine ganz andere Unterwasserwelt da sein kann. Achtsam sein und den Moment genießen. Tipp: Eine Kamera unter Wasser versaut den Moment! Wirklich. Keiner von uns möchte mehr diese Kamera halten, weil man nur damit beschäftigt ist, die Schönheit einzufangen. Gleichzeitig sieht man sie aber nicht! Und auf dem Bildschirm ist die Schönheit verflogen.

Körperliche Anstrengungen können Entspannung hervorrufen. Gleichzeitig werden Glückshormone produziert, die dich glücklich machen. Also auf geht’s zur Wanderung im Himalayagebirge. Das ist die beste Psychotherapie und der Weg vorbei an der Depression.

Neuorientierung

Sei ehrlich zu dir selbst! Gefällt dir dein Leben so wie es ist? Warum fühlst du dich so müde? Welche Faktoren beeinflussen deinen Alltag so, dass du dich unwohl fühlst? Benenne die Energieräuber! Welche Ursachen hat dein Burnout-Syndrom?

Diese und noch viel mehr Fragen kannst du dir beantworten bevor du dich neuorientierst. Denn eines ist klar, wenn du dich unwohl fühlst und gegen deine inneren Werte handelst, kannst du dein Leben verändern. Wie deine Veränderung aussehen kann, kannst nur du steuern. Kündigst du direkt nach deiner Auszeit und suchst dir einen Job, der dir gefällt? Oder sprichst du lieber mit deinem Vorgesetzten über neue Arbeitsbedingungen zu deinen Gunsten?

Was es auch sein wird, sei mutig und kämpfe für dich selbst. Du bist es dir wert und kannst alles erreichen. Wir haben in unserer neuen Welt so viele Möglichkeiten. Entscheide, die neue Situation wird richtig sein! Und wenn sie das nicht ist, ändere auch diesen Moment.

Persönlichkeitsentwicklung

Dieses Wort ist bei uns im Podcast schon sehr oft genannt worden. Wir sind zwar unser ganzes Leben in einer Entwicklung und im Wandel, aber nehmen ihn erst seit ca. 3-4 Jahren wirklich wahr. Du kannst bewusst deine Entwicklung in die gewünschte Richtung lenken, sie positiv beeinflussen und festigen.

Mir (Alex) haben dabei sehr viele Bücher und Podcasts geholfen. So viele ehrliche und tolle Menschen schenken dir ihre Gedanken (kostenlos). Und das Tolle ist, du brauchst keine Unterstützung von einem Experten im üblichen Sinne. Eine Psychotherapie kann hilfreich sein. Aber deine selbstbewussten Handlungen in die richtige Richtung und das recherchieren deiner Bedürfnisse, bringen dich sehr viel weiter nach vorn, als die Worte eines fremden Menschen.

Wir sind der Meinung, dass Persönlichkeitsentwicklung immer wichtig ist und nie unterdrückt werden kann. Wir entwickeln uns immer in eine Richtung. Entweder bewusst oder unbewusst. Wir haben uns für den bewussten Weg entschieden, um unser Leben so gestalten zu können, wie wir möchten.

Berufliche Veränderung

Den Beruf zu wechseln ist nicht leicht! Kennst du diese Worte von Menschen, die sich viele Jahre im gleichen Job befinden? Eine Veränderung ist nie leicht. Aber sie kann bessere Verhältnisse schaffen. Der Mensch bevorzugt Sicherheit und Konstanz. Er mag das Ungewisse nicht!

Aber, wenn es große Probleme bereitet jeden Tag mit einem Lächeln zur Arbeit zu gehen und Misserfolge zu verarbeiten, musst du eine Entscheidung treffen. Für dich und deine Gesundheit. Die negativen Gedanken jeden Tag, vergiften deinen Körper. Du wirst ungesünder essen, ungesund denken und auch ungesund handeln. Menschen um dich herum verbringen weniger Zeit mit dir, weil du nur am meckern bist.

Vernetzte dich mit Personen, die ebenfalls eine berufliche Veränderung bewusst erlebt haben. Wie haben sie das gemacht? Welche Schritte muss ich gehen, damit mein Innerstes sich wohl fühlt? Die Angst vor Veränderung darf nicht unterdrückt, sondern über Gespräche und Handlungen ernst genommen werden.

Wenn du eine Familie hast, könnt ihr diesen Moment gemeinsam stemmen. Freunde sind bestimmt ebenfalls zur Stelle, wenn du ehrlich über deine Gedanken sprichst. Wir sagen, dass es wichtig ist, seiner Passion zu folgen und nicht gegen seine inneren Wünsche zu handeln.

Fazit zur Burnout Prophylaxe

Suche bewusst Momente und Erfahrungen, die dich in deiner Person voranbringen. Entschleunige den Moment und realisiere wo du stehst und hin möchtest. Was ist es, dass dein Herz schneller schlagen und deine Augen leuchten lässt? Wem kannst du vertrauen und wo einen guten Rat erhalten?

Du weißt, dass du nicht alleine bist! Es gibt Menschen, die dich lieben und dir helfen.

Besuche Meet-Ups mit deinen Themenschwerpunkten und absolviere Kurse, die dich voran bringen. Tritt aus deinem alten und bekannten Erfahrungshorizont heraus und lerne dich und dein Umfeld neu kennen. Suche bewusst neue Themen, die du entweder implementieren oder verwerfen kannst.

Gib Schlagwörter im Netz ein, die dich interessieren. Lies dir professionelle Artikel von unterschiedlichen Blogs durch und beginne Neues, dass dich interessiert. Bücher, die Inhalte erwähnen, die du nicht kennst, können recherchiert werden. Erweitere dein Wissen um dich selbst und dich herum.

Beitragsbild: pixabay.com @Tama66 (Creative Commons CCO)
Bild: pixabay.com @Congerdesign (Creative Commons CCO)

2 Kommentare

  1. Ich höre immer öfter davon, dass andere ein Sabbatjahr nehmen und hatte nicht gedacht, dass das auch für mich interessant sein könnte. Bei mir wäre es definitiv (und zum Glück!) der präventive Fall, da ich noch keinen Burn Out habe und ihm damit vorbeugen wollen würde. Schwierig stelle ich mir aber vor, den Kontakt zu Arbeitskollegen und dem Tagesgeschäft zu vermeiden – diese Leute sind ein großer Teil meines Alltags! Haben Sie hier vielleicht Erfahrungen?

    1. Hi Michel,

      das mit den Arbeitskollegen und Tagesgeschäft klappt natürlich niemals vollständig. Aber reduzieren kann man es sehr wohl. Z.B. sich was zu essen mitbringen statt mit nervigen Kollegen essen zu gehen oder Meetings und Telefonate rigoros kürzen.

      Viele Grüße

      Lars

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